38.2. Strategien

Aus unserer Sicht bestehen mehrere, grundlegende Verfahren, die sich hier anbieten:

Diese drei Wege basieren auf Werkzeugen und Verfahren, die wir bislang im Buch bereits angesprochen haben. Sagen Ihnen diese nicht zu, werfen Sie einen genaueren Blick auf die Projekte apt-offline, aptoncd und Keryx, die wir im Anschluss unter Werkzeuge in Abschnitt 38.3, „Werkzeuge“ genauer vorstellen.

38.2.1. Benötigte Pakete vorher explizit herunterladen

Dieser Weg setzt voraus, dass Sie wissen, was Sie brauchen werden. Das gelingt nicht immer und lässt sich auch nicht in allen Fällen exakt vorhersagen. Bitte testen Sie das daher im Vorfeld aus.

Wenn jedoch feststeht, welche Pakete erforderlich sind, laden Sie diese zunächst explizit mittels APT oder aptitude herunter. Damit landen die neuen Pakete inklusive der zusätzlich benötigten Abhängigkeiten im lokalen Paketcache Ihres Systems. Zu einem späteren Zeitpunkt können Sie die dort hinterlegten Pakete hervorholen und auf Ihrem System installieren. Für das Paket debtags mittels APT sind bspw. diese beiden Aufrufe notwendig:

APT-Aufrufe zum Zwischenspeichern und späteren Installieren eines Pakets. 

# apt-get download debtags
# apt-get --no-download install debtags
#

Ausführlicher besprechen wir jeden der beiden Einzelschritte in Abschnitt 8.31, „Paketdatei nur herunterladen“ und Abschnitt 8.32, „Installation zwischengespeicherter Pakete aus dem Paketcache“. Das betrifft nicht nur APT, sondern auch aptitude.

38.2.2. Einbindung fester Installationsmedien

Vorbereitete Installationsmedien bekommen Sie von der Webseite des Debian-Projekts als ISO-Image und Live-CD bzw. -DVD [Debian-besorgen]. Alternativ können Sie auch selbst Diskimages erstellen und benutzen [Debian-Wiki-DiskImage]. Ein solches Installationsmedium binden Sie als lokales Paketarchiv wie folgt ein:

Einbindung eines lokalen CD/DVD-Images namens image.iso als loop device unter /mnt/iso

# mkdir /mnt/iso
# mount -o loop -t iso9660 image.iso /mnt/iso
#

Bitte beachten Sie dabei, dass der Paketbestand zwischen dem eingebundenen Diskimage und Ihrer lokalen Installation bezüglich Ihrer benötigten Architektur und der genutzten Veröffentlichung harmonieren muss. Passen beide nicht zusammen, provozieren Sie Versionskonflikte zwischen den beiden Paketbeständen und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie die benötigten Pakete von dem Diskimage nicht auf Ihr lokales System einspielen können.

Eine Alternative stellt das Werkzeug apt-cdrom dar. Dieses stellen wir Ihnen unter „Physische Installationsmedien mit apt-cdrom einbinden“ in Abschnitt 3.8, „Physische Installationsmedien mit apt-cdrom einbinden“ genauer vor.

38.2.3. Einbindung eines lokalen Paketmirrors

Variante Drei ist das Benutzen eines eigenen Paketmirrors. Dieser kann lokal vorliegen (siehe Kapitel 29, Einen eigenen APT-Mirror aufsetzen), aber auch als mobile Kopie auf einer externen (USB-)Festplatte überall zum Einsatz kommen. Diesen Datenträger mounten Sie zunächst und tragen den Paketmirror danach als zusätzliche Paketquelle (Repository) in der Datei /etc/apt/sources.list auf Ihrem lokalen System ein. Ist der Datenträger bspw. als /mnt/mirror gemounted, sieht der Eintrag in der Liste der Paketquellen wie folgt aus:

Einbinden einer externen Festplatte als Paketmirror. 

deb file:/mnt/mirror/debian stable main contrib non-free

Fügen Sie nun Pakete zu Ihrem lokalen System hinzu, sucht die Paketverwaltung die Pakete auf der angegebenen Paketquelle und bezieht diese von dort.

Dieser Schritt setzt voraus, dass Sie über eine genügend großen, zusätzlichen, mobilen Datenträger verfügen, um einen solchen Paketmirror vorzubereiten (meist unproblematisch). Weiterhin probieren Sie zuvor aus, ob die Paketinstallation von diesem Paketmirror klappt, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein (auch unproblematisch). Als drittes sind Sie angeraten, diesen Datenträger dann auch mitzunehmen und nicht im Büro vergessen (schon eher problematisch) — ansonsten ist alle Mühe umsonst.