21.5. Vor- und Nachteile

Erwartungsgemäß wird die Verwendung von checkinstall im Alltag von Entwicklern, Paketmaintainern und Benutzern gemischt bewertet.

Entwickler und Paketmaintainer sehen das Werkzeug überwiegend positiv — haben Sie darüber nämlich die Möglichkeit, auszutesten, ob sich die von Ihnen verwendete Entwicklerversion nahtlos in das bestehende Debian-Ökosystem einspielen läßt und mit den anderen Paketen harmoniert. Die Paketverwaltung hat eine Information darüber, daß Sie ein zusätzliches Paket als solches installiert haben. Sollte das Paket unerwartete Querschläger produzieren, kratzen Sie es auch wieder ohne viel Aufwand und vorallem restefrei vom System herunter. Das erlaubt Ihnen automatisierte Integrationstests im Rahmen der Qualitätssicherung.

Verschwiegen werden sollen jedoch nicht die Nachteile. Ein mittels checkinstall generiertes und eingespieltes Paket unterläuft die strenge Qualitätskontrolle von Debian. Die übliche Validierung durch andere Tester und Benutzer sowie eine Erzeugung von Prüfsummen findet ebenfalls nicht statt. Die Paketabhängigkeiten werden nur bedingt validiert, d.h. nur auf dem System, auf dem das Paket erzeugt und eingespielt wurde. Das Ergebnis — sprich das erzeugte deb-Paket — ist nicht unbedingt portabel und stets eins-zu-eins auf andere Debian-Installationen übertragbar. Berichtet wird ebenfalls, daß checkinstall nicht bei Programmen funktioniert, die statisch gegen die libc linken, oder bei solchen, bei denen das SUID/GUID-Bit gesetzt ist (siehe [Drilling-Checkinstall-LinuxUser]). Ebenso sind Probleme mit den preinstall- und postinstall-Skripten bekannt (siehe [Schnober-Checkinstall-LinuxUser]).

Aus Sicht der Benutzer ist es sicherlich sehr erfreulich, wenn eine Lücke in den benötigten Komponenten geschlossen wird. Was sie meist weniger einschätzen können, ist die Stabilität der Lösung und der Aufwand seitens der Entwickler und Paketmaintainer, um diese Lösung dauerhaft zu betreuen und den Weiterentwicklungen anzupassen.

Aus den oben genannten Gründen empfehlen wir Ihnen, den Einsatz von checkinstall genau zu überdenken. Als nützlich und hilfreich schätzen wir es insofern ein, daß Sie in einem Schritt überprüfen können, ob ein Stapel Software „baut“, sich ein Paket daraus schneidern läßt und dieses mit dem restlichen Debian-Ökosystem zusammenarbeitet. Das erleichtert Ihnen die Integrationstests und sollte nachfolgend die Basis dafür bilden, daraus ein richtiges Paket entsprechend den Debian-Paket-Standards zu erstellen. Bis das soweit ist, steht einer Benutzung auf lokalen Rechnern und Einzelsystemen — bspw. im Rahmen einer „Testinstallation“ — nichts im Wege. Einem großflächigen Alltagsbetrieb des erzeugten Pakets stehen wir skeptisch gegenüber.

Interessant ist die Verwendung von checkinstall in Kombination mit dem Werkzeug auto-apt [Debian-Paket-auto-apt]. Damit fügen Sie fehlende Pakete bei Bedarf hinzu und lösen offene Paketabhängigkeiten auf. Genauer gehen wir drauf unter „Fehlende Pakete bei Bedarf hinzufügen“ in Kapitel 17, Fehlende Pakete bei Bedarf hinzufügen ein.

21.5.1. Weitere noch unbearbeitete Notizen

  • Vorteile:

    • installiert automatisch die zusätzlichen, bisher noch nicht installierten Header-Files nach

      • stimmt das?