23.3. deb-Pakete in rpm-Strukturen

Auch für Linux-Distributionen, die auf dem rpm-Paketformat aufsetzen, können Sie deb-Pakete einspielen und benutzen. Es gelten dabei die gleichen Hinweise wie bereits oben genannt — es ist nicht garantiert, dass das Paket in ihr System passt und erwartungsgemäß funktioniert. Diese Möglichkeiten sind uns bekannt:

alien mit dem Schalter -r (Langform --to-rpm)

Umwandlung eines deb-Paketes in ein rpm-Paket. Haben Sie das Paket erfolgreich umgewandelt, installieren Sie es bspw. wie folgt mittels yum auf ihrem System:

Installation des umgewandelten Pakets mittels yum

# yum localinstall paket.rpm
...
#

Das Unterkommando localinstall veranlasst yum, nicht in den hinterlegten Repositories zu suchen, sondern das Paket aus dem lokalen Verzeichnis zu verwenden. Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit dem Aufruf von dpkg -i.

Projekt apt4rpm [apt4rpm]
stammt im Original von Conectiva Linux [Conectiva]. Es erstellt aus einem APT-Repository ein lokales RPM-Repository, so dass die Pakete für yum verfügbar werden. Leider wird das Projekt seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt.
Projekt apt-rpm [apt-rpm]
war offizieller Bestandteil RedHat und später Conectiva [Conectiva]. Das Projekt und dessen Weiterentwicklung wurde leider bereits 2008 eingestellt. Verwendet wird es jedoch bis heute als Werkzeug bei den beiden Linux-Distributionen ALT Linux [altLinux] und PCLinuxOS [PCLinuxOS].
Projekt pacapt [Arch-Linux-pacapt]
Werkzeug unter Arch Linux. Es spricht die unterschiedlichen Paketmanager auf den einzelnen Plattformen an. Derzeit verarbeitet es neben dpkg und apt-get auch pacman (Arch Linux, ArchBang), homebrew (Mac OS X), yum/rpm (RedHat, CentOS, Fedora) und portage (Gentoo). Es steht ebenfalls als Paket für Ubuntu bereit [Ubuntu-Paket-pacapt] und wird aktiv gepflegt.