8.20. Pakete über den Namen finden

Diese Suchvariante ist der häufigste Weg zur Recherche nach gewünschten Paketen. Alle Werkzeuge zur Paketverwaltung bieten eine entsprechende Suchfunktion an, variieren dabei jedoch stark in der Form sowie der Menge der Möglichkeiten. Namentlich ähnliche Pakete sind mit dpkg, apt-cache und aptitude über ein Unterkommando und ein Muster auffindbar. dpkg hat ein eigenes Musterformat, apt-cache und aptitude unterstützen hingegen Reguläre Ausdrücke. Bei den graphischen Programmen ist die Suche über Muster bislang nicht oder lediglich eingeschränkt implementiert.

Ergänzend stehen Ihnen mehrere Dienste für eine Recherche mittels Webbrowser zur Verfügung. Das umfaßt Dienste, die vom Debianprojekt unterhalten und gepflegt werden, aber auch kommerzielle Anbieter und private Initiativen.

8.20.1. Systemwerkzeuge

dpkg

dpkg sucht nur in der Paketliste. Dazu bietet es die Option -l (Langform --list) und listet darüber nur derzeit oder früher schon einmal installierte Pakete auf. Es erwartet als weiteren Parameter entweder einen vollständigen Paketnamen oder einen Suchausdruck mit Platzhalter (engl. Wildcard). Bitte schließen Sie den Suchausdruck in einfache oder doppelte Hochkommata ein, damit die Shell nicht versucht, den Platzhalter selbst auszuwerten.

Fahndung nach den Paketen für xpdf mittels dpkg

$ dpkg -l 'xpdf*'
Gewünscht=Unbekannt/Installieren/R=Entfernen/P=Vollständig Löschen/Halten
| Status=Nicht/Installiert/Config/U=Entpackt/halb konFiguriert/
         Halb installiert/Trigger erWartet/Trigger anhängig
|/ Fehler?=(kein)/R=Neuinstallation notwendig (Status, Fehler: GROSS=schlecht)
||/ Name           Version      Architektur  Beschreibung
+++-==============-============-============-=================================
ii  xpdf           3.03-10      amd64        Portable Document Format (PDF) re
un  xpdf-reader    <keine>                   (keine Beschreibung vorhanden)
un  xpdf-utils     <keine>                   (keine Beschreibung vorhanden)
$

Obiger Ausgabe entnehmen Sie, dass nur das Paket xpdf installiert ist. Die beiden anderen Pakete namens xpdf-reader und xpdf-utils waren schon einmal installiert und sind daher dpkg bereits bekannt. Deswegen erscheint als Paketstatus die Buchstabenfolge un für „nicht mehr installiert“.

Ausgabeformat des Paketstatus

Das Ausgabeformat sowie die Buchstaben am Zeilenanfang erklären wir ausführlicher in den beiden Abschnitten dpkg und „Liste der installierten Pakete anzeigen und deuten“ (siehe Abschnitt 8.5, „Liste der installierten Pakete anzeigen und deuten“).

APT und apt-cache

Das Kommando apt-cache rufen Sie mit dem Unterkommando search, dem Schalter -n (Langform --names-only) und den gewünschten Suchbegriffen als Parameter auf. Danach führt apt-cache eine Suche ausschließlich über den Paketnamen durch. Es bezieht dabei alle Pakete mit ein, die über die hinterlegten Paketlisten bei Ihnen verfügbar sind und findet somit auch die Pakete, die derzeit nicht auf ihrem System installiert sind. Ohne weitere Aufrufparameter zur Ausgabesteuerung besteht das Suchergebnis aus einer Liste mit dem Paketnamen gefolgt von der ersten Zeile der Kurzbeschreibung des jeweiligen Pakets.

Jeder Suchbegriff wird als Regulärer Ausdruck gemäß dem POSIX-Standard interpretiert. Eine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung findet nicht statt. Nachfolgend sehen Sie das Suchergebnis zum Begriff clint. Es beinhaltet die gefundenen Pakete sowie deren Kurzbeschreibung.

Suche nach dem Begriff clint mittels apt-cache search

$ apt-cache search --names-only clint
python-clint - Python Command-line Application Tools
python3-clint - Python Command-line Application Tools
$

Mehrere Suchbegriffe trennen Sie im Aufruf mittels Leerzeichen voneinander. Diese Begriffe werden dann mittels "und" als boolescher Ausdruck miteinander verknüpft. Das Suchergebnis enthält dann nur Ergebnisse, in denen beide Suchbegriffe vorkommen. Das nächste Beispiel verwendet lint und rpm und listet nur das Paket rpmlint auf.

Einfache Suche nach verfügbaren Paketen mittels apt-cache search und zwei Suchbegriffen. 

$ apt-cache search --names-only lint rpm
rpmlint - RPM package checker
$

aptitude

Rufen Sie aptitude über die Kommandozeile auf, berücksichtigt es bei der Suche üblicherweise nur den Paketnamen. Es sucht jedoch auf Wunsch auch in der Paketliste und der Paketbeschreibung (siehe Abschnitt 8.21.2, „Suche mit Hilfe von aptitude). Beinhaltet der Paketname eine Tilde (~) oder ein Fragezeichen (?), wird der Paketname als Suchmuster aufgefasst. In Folge werden alle Pakete berücksichtigt, die diesem Suchmuster entsprechen. Dazu füttern Sie aptitude mit den folgenden Optionen:

~nsuchbegriff (Langform ?name(suchbegriff))
Suche nach suchbegriff im Namen des Pakets. suchbegriff wird hier als Teilzeichenkette betrachtet und findet bspw. bei apt die Pakete apt, aptitude und synaptic.
?exact-name(suchbegriff)
Suche nach Paketen, deren Paketnamen exakt mit dem Suchbegriff übereinstimmen.
?term(suchbegriff)
Volltextsuche nach suchbegriff im Namen und der Beschreibung des Pakets.
?term-prefix(suchbegriff)
Volltextsuche nach Begriffen, die den suchbegriff als Präfix beinhalten. Suche im Namen und der Beschreibung des Pakets.

Der Kommandozeilenaufruf von aptitude ist ähnlich zu apt-cache – auch hier folgt auf das Unterkommando search die Suchoption oder nur der Suchbegriff zur Recherche. aptitude interpretiert den Suchbegriff als Regulären Ausdruck im POSIX-Format.

Beispielhaft interessierte uns das Paket xpdf. Das Suchergebnis zeigt, dass insgesamt drei Pakete verfügbar sind, die xpdf im Namen tragen. Davon ist nur das erste auf dem System installiert.

Suche nach allen Paketen, in denen xpdf enthalten ist. 

$ aptitude search xpdf
i   xpdf          - Leseprogramm für das Portable Document Format (PDF)
p   xpdf-reader   - Übergangspaket für xpdf
p   xpdf-utils
$

Wie oben genannt, grenzen Sie die Suche auf den exakten Paketnamen ein, indem Sie dem gesuchten Paketnamen ein ?exact-name() voranstellen. Damit findet aptitude nur noch ein einziges Paket:

Suche nach dem exakten Paketnamen xpdf mittels aptitude

$ aptitude search '?exact-name(xpdf)'
i   xpdf          - Leseprogramm für das Portable Document Format (PDF)
$

Obiger Aufruf ist identisch mit aptitude search ~n'^xpdf$'. Der Suchbegriff ist hier als Regulärer Ausdruck angegeben und begrenzt das Textfragment auf die Zeichenkette xpdf, wobei mittels ^ davor und $ dahinter keine weiteren Zeichen erlaubt sind.

Beim Aufruf auf der Textoberfläche verhält sich aptitude genau entgegengesetzt zur Kommandozeile. Es zeigt nur die Paketnamen in der Auflistung an, die exakt mit dem angegebenen Suchmuster übereinstimmen. Die Auswahl der angezeigten Pakete begrenzen Sie mit der Taste l. In das Eingabefeld tragen Sie dann das gewünschte Suchmuster ein (siehe Abbildung 8.7, „Paketliste limitieren über die Aptitude-TUI“ für den Eingabedialog).

Abbildung 8.7. Paketliste limitieren über die Aptitude-TUI

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/aptitude-limit-xpdf.png

Nach aktuellem Entwicklungsstand erlaubt es die Textoberfläche von `aptitude ` nicht, bei der Suche Reguläre Ausdrücke oder anderweitig Muster anzugeben. Das gelingt Ihnen nur über die Kommandozeile.

grep-available und grep-status

Die beiden Werkzeuge grep-available und grep-status sind Bestandteil des Pakets dctrl-tools [Debian-Paket-dctrl-tools]. Dieses gehört nicht zur Standardinstallation und ist somit von Ihnen zusätzlich zu installieren.

Ohne die Angabe weiterer Parameter durchsucht grep-available die gesamte Paketbeschreibung (siehe Abschnitt 8.21.3, „Suche mit grep-available und grep-status). Mit Hilfe der Option -F (Langform --field) schränken Sie den Vorgang auf einen darüber ausgewählten Feldnamen ein. Nachfolgender Aufruf zeigt Ihnen von allen verfügbaren Paketen die Paketnamen an, bei denen in der Beschreibung oder im Paketnamen die Zeichenfolge xpdf enthalten ist. Durch den Schalter -i (Langform --ignore-case) erfolgt die Suche dabei unabhängig von der Groß- und Kleinschreibung. Das abschließende sort-Kommando sorgt darüber hinaus für eine Ausgabe in alphabetisch aufsteigender Abfolge.

Verfügbare Pakete mittels grep-available anzeigen, bei denen in der Beschreibung und im Paketnamen die Zeichenfolge xpdf enthalten ist. 

$ grep-available -F Description -F Package -i xpdf | grep Package | sort
Package: flpsed
Package: libpoppler19
Package: libpoppler3
Package: libpoppler5
Package: libpoppler-cpp0
Package: libpoppler-glib3
Package: libpoppler-glib4
Package: libpoppler-glib8
Package: libpoppler-qt2
Package: libpoppler-qt4-3
Package: poppler-utils
Package: python-poppler
Package: xpdf
$

Um den Aufruf für den Paketnamen zu vereinfachen, stellt Ihnen grep-available zudem die beiden Abkürzungen -P für -F Package und -S für -F Source:Package bereit. Darüber filtern Sie ganz nach Bedarf nach Binär- und Quellpaketen, deren Namen durchaus unterschiedlich sein können.

Obige Liste enthält alle Pakete – unabhängig davon, ob diese auf ihrem System installiert sind, oder nicht. Um das einzugrenzen, kommt das Werkzeug grep-status ins Spiel. Mit dem nachfolgenden Aufruf reduzieren Sie die Liste entsprechend. Dabei kommt der Schalter -s (Langform --show-field) zum tragen, der den Paketstatus noch passend auswertet.

Lediglich die installierten Pakete anzeigen, bei denen in der Beschreibung und im Paketnamen die Zeichenfolge xpdf enthalten ist. 

$ grep-status -F Description -P -i -s Package xpdf | grep Package | sort
Package: flpsed
Package: libpoppler19
Package: libpoppler-cpp0
Package: libpoppler-glib8
Package: libpoppler-qt4-3
Package: poppler-utils
Package: python-poppler
Package: xpdf
$

Analog zu grep verfügt grep-status ebenfalls über den hilfreichen Schalter -v (Langversion --invert-match). Bei Bedarf verkehren Sie somit das Suchergebnis in das Gegenteil.

Synaptic

Bis zur Version 0.8 bot Ihnen Synaptic aus Abschnitt 6.4.1, „Synaptic“ zwei Varianten zur Suche an – einerseits eine Schnellsuche und andererseits eine ausführliche Suche. Die Schnellsuche verschwand mit der Version 0.8.

Erstere verbirgt sich hinter dem Suchfenster oben rechts und ist mit dem Begriff Schnellauswahl-Filter betitelt. Geben Sie dort einen Text ein, durchsucht Synaptic die Paketliste und filtert nur die heraus, deren Paketname mit dem Text beginnen. Dabei werden Platzhalter und Reguläre Ausdrücke nicht unterstützt. Als Ergebnis wird die dargestellte Paketliste auf die gefundenen Pakete eingeschränkt.

Die ausführlichere Suche erreichen Sie mittels Ctrl+ F, dem Menüeintrag BearbeitenSuchen … oder alternativ über den Knopf mit der Lupe in der Werkzeugleiste. Es öffnet sich ein Fenster mit einem Eingabefeld für den Suchtext. Darunter befindet sich ein Auswahlfeld, wo Sie die Suche entweder nach Paketname, Beschreibung und Paketname, Betreuer („Maintainer“), Paketversion, Abhängigkeiten und den bereitgestellten Paketen genauer spezifizieren können. Bei dieser Suche versteht Synaptic auch Fragmente, d.h. es interpretiert den Suchtext als Teilstring. Reguläre Ausdrücke versteht es hingegen nicht. Abbildung 8.8, „Ergebnis der Suche nach dem Fragment fce in Synaptic“ zeigt das Suchergebnis für das Fragment fce.

Abbildung 8.8. Ergebnis der Suche nach dem Fragment fce in Synaptic

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/synaptic-suche-nach-namen.png

SmartPM

SmartPM (Abschnitt 6.4.3, „Smart Package Management (SmartPM)“) besitzt nur eine einfachere Suchfunktion. Diese ist als Suchfeld in die graphische Bedienoberfläche integriert. Das Suchfeld erreichen Sie ebenfalls über die Tastenkombination Ctrl+ F. SmartPM versteht auch Fragmente, d.h. es interpretiert den Suchtext als Teilstring, sucht bislang jedoch nur im Paketnamen. Reguläre Ausdrücke bei der Formulierung des Suchstrings unterstützt es bislang nicht.

Abbildung 8.9. Ergebnis der Suche nach dem Fragment top in SmartPM

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/smartpm-suche.png

8.20.2. Browserbasierte Suche

In Paketen blättern mittels dpkg-www

Das Projekt dpkg-www umfasst ein CGI-Skript und stellt Ihnen damit den Zugang zu sämtlicher Dokumentation zu den einzelnen Paketen zur Verfügung, die auf ihrem eigenen oder einem fremden Debian-System installiert sind. Dazu analysiert dpkg-www zunächst das Verzeichnis /usr/share/doc. Als Ergebnis erhalten Sie zu jedem Paket eine graphische Auflistung der dazugehörigen, verfügbaren Textdateien, README-Dokumente, Manpages und GNU Info-Dokumente. Auch das manuelle Durchblättern des Verzeichnisses /usr/share/doc gehört dazu. Ist ebenfalls das Paket dctrl-tools [Debian-Paket-dctrl-tools] installiert, können Sie mittels dpkg-www auch nach anderen Paketen und insbesondere nach den darin enthaltenen Dateien suchen.

Die Grundlage bildet das gleichnamige Paket dpkg-www [Debian-Paket-dpkg-www]. Obwohl dieses seine letzte reguläre Aktualisierung bereits 2008 erhielt und derzeit als verwaist eingestuft ist (d.h, dass das Paket keinen Maintainer mehr hat), sind gemäß Popularity Contest [Debian-Popularity-Contest] noch etwa 350 Installationen in Benutzung (siehe dazu auch „Verbreitungsgrad von Paketen“ in Abschnitt 2.14, „Verbreitungsgrad von Paketen“).

Bitte beachten Sie, dass Sie ohne Anpassung der Konfiguration lediglich im Paketbestand des Systems stöbern können. Aus der Bedienoberfläche heraus können Sie im Auslieferungszustand keine Veränderung ihres Paketbestands vornehmen. Auch die Autoren raten davon ab, da sie es als Sicherheitsrisiko einstufen. Um das dennoch zu ermöglichen, sind zunächst noch Änderungen an den beiden Konfigurationsdateien /etc/dpkg-www.conf (Apache) und /etc/dwww/dwww.conf (Webserver) erforderlich. Die Informationen dazu entnehmen Sie bitte der Dokumentation zu dpkg-www.

dpkg-www setzt auf einem installierten Webserver wie Apache oder Nginx auf. Daher ist die primäre Schnittstelle zur Bedienung des Programms auch ihr Webbrowser. Das Analyseergebnis stellt dpkg-www zweispaltig dar. Links stehen die verschiedenen Paketkategorien (siehe Abschnitt 2.8, „Sortierung der Pakete nach Verwendungszweck“), rechts finden Sie die einzelnen Pakete, die der jeweiligen Kategorie zugeordnet sind (siehe Abbildung 8.10, „Auswahl der Hilfeseiten zum Menüpunkt Netzwerkkommunikation). Jedes Paket wird dabei mit seinem Titel, einer Kurzbeschreibung, dem dazugehörigen Paketnamen und mit der Angabe der bereitstehenden Formate der Dokumentation oder der weiterführenden Dokumente aufgelistet. In der Regel sind das HTML, Plaintext, PDF, Postscript oder SGML.

Abbildung 8.10. Auswahl der Hilfeseiten zum Menüpunkt Netzwerkkommunikation

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/dpkg-www.png

Wählen Sie ein Paket aus der Liste aus, erhalten Sie detailliertere Informationen dazu. Abbildung 8.11, „Auswahl der Hilfeseiten zu Synaptic“ zeigt das Vorgehen beispielhaft anhand des Pakets synaptic [Debian-Paket-synaptic].

Abbildung 8.11. Auswahl der Hilfeseiten zu Synaptic

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/dpkg-www-synaptic.png

dpkg-www verfügt auch über eine sekundäre Schnittstelle — die Kommandozeile. Darüber fragen Sie sowohl Informationen zu ihrem eigenen System, als auch zu entfernten Rechnern ab. Letzteres gelingt nur, sofern dort dpkg-www auch installiert und über das Netzwerk erreichbar ist. Nutzen Sie den Apache Webserver, muss diese Funktionalität zuvor in der Datei /etc/apache2/conf.d/dpkg-www freigeschaltet worden sein.

Neben dem Paketnamen versteht das Programm die folgenden beiden Schalter:

-s (Langform --stdout)
die Ausgabe erfolgt nicht im Webbrowser, sondern auf dem Terminal.
-h Hostname
Hostname des angefragten Rechners.

Für das Paket bash auf dem lokalen Rechner und der späteren Ausgabe im Webbrowser nutzen Sie den nachfolgenden Aufruf. Dazu aggregiert dpkg-www nacheinander die Ergebnisse drei Kommandos dpkg-query -S bash, dpkg-query -l bash und dpkg-query -L bash zur Paketsuche und zur Bestimmung der Dateien in dem angefragten Paket (siehe auch Abschnitt 8.25, „Paketinhalte anzeigen“). Zur Ausgabe im Webbrowser wertet dpkg-www die Umgebungsvariable $BROWSER aus, startet das darüber benannte Programm und öffnet ein zusätzliches Fenster zur Darstellung (siehe dazu auch Kapitel 18, Alternative Standard-Programme mit Debians Alternativen-System).

Lokale Hilfedokumente zum Paket bash mittels dpkg-www anzeigen. 

$ dpkg-www bash
$

Um die Informationen zu dem gleichen Paket zu erhalten, welches jedoch auf dem entfernten Rechner mit dem Hostnamen kiste installiert ist, funktioniert dieser Aufruf mit dem zusätzlichen Schalter -h:

Entfernte Hilfedokumente zum Paket bash mittels dpkg-www im Webbrowser anzeigen. 

$ dpkg-www -h kiste bash
$

Möchten Sie diese Informationen stattdessen auf ihrem aktuellen Terminal ausgeben, ergänzen Sie den obigen Aufruf um den Parameter -s wie folgt (hier am Beispiel des Pakets htop):

Entfernte Hilfedokumente zum Paket htop mittels dpkg-www im Terminal anzeigen. 

$ dpkg-www -h kiste -s htop
Package: htop
Status: install ok installed
Priority: optional
Section: utils
Installed-Size: 195
Maintainer: Eugene V. Lyubimkin <jackyf@debian.org> [Debian Bug Report]
Architecture: i386
Version: 1.0.1-1
Depends: libc6 (>= 2.3.4), libncursesw5 (>= 5.6+20070908), libtinfo5
Suggests: strace, ltrace
Description: interactive processes viewer
 Htop is an ncursed-based process viewer similar to top, but it
 allows one to scroll the list vertically and horizontally to see
 all processes and their full command lines.

 Tasks related to processes (killing, renicing) can be done without
 entering their PIDs.

Homepage: http://htop.sourceforge.net

Files owned by package htop:

/usr
/usr/bin
/usr/bin/htop
/usr/share
/usr/share/applications
/usr/share/applications/htop.desktop
/usr/share/doc
/usr/share/doc/htop
/usr/share/doc/htop/AUTHORS
/usr/share/doc/htop/README
/usr/share/doc/htop/changelog.Debian.gz
/usr/share/doc/htop/changelog.gz
/usr/share/doc/htop/copyright
/usr/share/man
/usr/share/man/man1
/usr/share/man/man1/htop.1.gz
/usr/share/menu
/usr/share/menu/htop
/usr/share/pixmaps
/usr/share/pixmaps/htop.png
$

Suche über die Webseite des Debian-Projekts

Nicht nur für den Einstieg, sondern auch für den Alltag ist die Paketsuche über die Webseite des Debian-Projekts (siehe [Debian-Paketsuche]) äußerst hilfreich und insbesondere sehr schnell. Abbildung 8.12, „Ergebnis der Paketsuche nach iftop über https://packages.debian.org/“ zeigt das Ergebnis der Recherche nach dem Paket iftop im Webbrowser Iceweasel an.

Neben dem Paketnamen beinhaltet jeder Suchtreffer die Distribution (siehe Abschnitt 2.9, „Distributionsbereiche“), gefolgt von der Veröffentlichung (hier genannt „Suite“) (siehe Abschnitt 2.10, „Veröffentlichungen“), der Paketkategorie (siehe Abschnitt 2.8, „Sortierung der Pakete nach Verwendungszweck“) und den Debian-Architekturen (siehe Abschnitt 1.2, „Debian-Architekturen“), für die passende Pakete zur Verfügung stehen. Damit sehen Sie sofort, ob das Paket für ihre Veröffentlichung und Architektur existiert.

Klicken Sie einen der Links unterhalb des Suchfeldes an, schränken Sie das Suchergebnis auf die jeweilige Veröffentlichung oder Architektur weiter ein und erhalten daraufhin detailliertere Informationen zu dem spezifisch ausgewählten Paket. Neben der Paketbeschreibung sehen Sie die Debian Tags, die Paketabhängigkeiten und am rechten Rand weiterführende Informationen zum Paket. Dazu zählen ein Screenshot von screenshots.debian.net (sofern verfügbar), Fehlerberichte, die Liste der Änderungen („Changelog“), die Quellcodepakete, den Paketbetreuer („Maintainer“), die Projektwebseite und eine Liste ähnlicher Pakete.

Abbildung 8.12. Ergebnis der Paketsuche nach iftop über https://packages.debian.org/

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/paketsuche-debian-webseite.png

Aber nicht nur das — Sie können mit bestimmten Kurzformen der URL direkt die entsprechende Suche einleiten oder ein gewünschtes Paket anzeigen lassen:

https://packages.debian.org/suchbegriff
sucht nach Binärpaketen mit suchbegriff im Paketnamen, wobei der Paketname nicht mit dem Suchbegriff beginnen muß. Ebenso unterscheidet die Suche nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung, sperrt sich aber gegenüber Regulären Ausdrücken. So sieht bspw. der Aufruf für Pakete mit screen im Paketnamen aus:
https://packages.debian.org/screen
https://packages.debian.org/src:suchbegriff
sucht nach Quellpaketen mit suchbegriff im Paketnamen, z.B. so für Pakete mit screen im Namen:
https://packages.debian.org/src:screen
https://packages.debian.org/release/paketname
zeigt die Informationen zum Binärpaket paketname in der Veröffentlichung release an, z.B. so für die Paketbeschreibung und die Abhängigkeiten des Paketes screen in der aktuellen, stabilen Debian-Veröffentlichung:
https://packages.debian.org/stable/screen
https://packages.debian.org/sprachkürzel/release/paketname
zeigt die Informationen zum Paket paketname in der Veröffentlichung release in der gewählten Sprache an, z.B. so für die Paketbeschreibung und die Abhängigkeiten des Paketes screen im aktuellen Stable-Release von Debian auf Deutsch:
https://packages.debian.org/de/stable/screen
https://packages.debian.org/source/release/sourcepaketname
zeigt die Informationen zum Quellpaket sourcepaketname in der Veröffentlichung release an, z.B. so für die Informationen und die zum Bau notwendigen Pakete des Quellpaketes screen in Debian 11 Bullseye:
https://packages.debian.org/source/bullseye/screen

Analog zu den Binärpaketen können Sie hier auch noch ein Sprachkürzel an den Anfang des Pfades setzen, um eine bestimmte Sprache zu erzwingen.

https://packages.debian.org/release/
zeigt alle Kategorien in der benannten Veröffentlichung (release) an, hier für Debian unstable:
https://packages.debian.org/unstable
https://packages.debian.org/release/kategorie
zeigt alle Binärpakete in der entsprechenden Kategorie der gewählten Veröffentlichung (release) an (siehe „Sortierung der Pakete nach Verwendungszweck“ in Abschnitt 2.8, „Sortierung der Pakete nach Verwendungszweck“), z.B. alle Binärpakete in der Kategorie Mail in der aktuellen, stabilen Veröffentlichung von Debian:
https://packages.debian.org/stable/mail/

Auch hier können Sie wieder ein Sprachkürzel an den Anfang des Pfades setzen, um eine bestimmte Sprache auszuwählen.

Anstelle des Namens einer Veröffentlichung — buster, bullseye, sid, etc. — kann auch stets ein Entwicklungsstand — stable, testing, unstable, etc. — verwendet werden.

Suche über die Webseite von Debian-Derivaten

Einige Derivate von Debian nutzen dieselbe Webanwendung zur Auflistung ihrer Pakete im Web. Den Autoren des Buches sind bisher bekannt:

Ubuntu (https://packages.ubuntu.com/)
unterstützt bisher keine Suite-Namen, denn es gibt bei Ubuntu bisher aber auch nur genau einen Suite-Namen namens devel. Der Aufruf für die Kategorie mail aus der Veröffentlichung Xenial Xerus in deutscher Sprache sieht wie folgt aus:
http://packages.ubuntu.com/de/xenial/mail/
Tanglu (http://packages.tanglu.org/)
unterstützt z.Zt. kein HTTPS. Daher erfolgt der Aufruf für die Kategorie mail aus der stabilen Veröffentlichung in deutscher Sprache wie folgt:
http://packages.tanglu.org/de/staging/mail/

Die für die Webseite des Debian-Projekts genannten Kurzformen sollten ebenfalls mit diesen Hostnamen funktionieren. Jedoch ist dabei zu beachten, dass andere Distributionen aufgrund anderer Release-Politiken ggf. keine Namen für Entwicklungsstände nutzen und damit auch diese Kurzformen nicht ermöglichen.

Abbildung 8.13. Ergebnis der Paketsuche nach aptsh über http://packages.ubuntu.com/

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/paketsuche-ubuntu-webseite.png

Bei Linux Mint gibt es zwar auch die Webseite http://packages.linuxmint.com/, aber diese verwendet eine auf PHP basierende Software zur Recherche. Als Suchkriterien stehen Ihnen die Veröffentlichung, ein Schlüsselwort für den Paketnamen und die Paketbeschreibung sowie der Distributionsbereich zur Verfügung. Letzteres Auswahlfeld ist als Section gekennzeichnet und stellt die Bereiche Main, Upstream, Import, Backport, Romeo und Any bereit (siehe Abbildung 8.14, „Ergebnis der Paketsuche nach kdm über http://packages.linuxmint.com/“). Nach unseren Recherchen funktionieren bislang keine der vom Debian-Projekt bekannten Kurzformen.

Abbildung 8.14. Ergebnis der Paketsuche nach kdm über http://packages.linuxmint.com/

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/paketsuche-linux-mint-webseite.png

Suche über apt-browse.org

Diese Webseite pflegt Thomas Orozco [apt-browse]. Vorrangiges Ziel von ihm ist, die Suche in Paketen nach bestimmten Dateien und Inhalten zu vereinfachen. Es ist ein nicht-kommerzieller Dienst, der in der Programmiersprache Python entwickelt wurde und die Python-APT-Bibliothek aus dem Paket python-apt [Debian-Paket-python-apt] benutzt (siehe auch „APT und Bibliotheken“ in Kapitel 5, APT und Bibliotheken).

Die Suche erlaubt die gleichzeitige Recherche in mehreren Architekturen und in mehreren Veröffentlichungen. Eingepflegt sind bis dato die Veröffentlichungen Debian stable und unstable sowie die Ubuntu-Varianten der letzten 4 Jahre.

Das Suchergebnis hebt die exakten Treffer hervor, andere Einträge folgen in der Auflistung darunter (siehe Abbildung 8.15, „Ergebnis der Paketsuche nach htop über https://apt-browse.org/“). Die Auswahl eines Suchtreffers öffnet detaillierte Angaben zum Paketinhalt mit dem Paketnamen, der Architektur, der Paketbeschreibung und den Paketabhängigkeiten. Die ebenso angezeigte Dateiliste des Paketinhalts läßt Sie in dem Paket datei- und verzeichnisweise schmökern.

Abbildung 8.15. Ergebnis der Paketsuche nach htop über https://apt-browse.org/

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/paketsuche-apt-browse-webseite.png

Suche über apt-get.org

apt-get.org [apt-get.org] bietet Ihnen die Möglichkeit zur Recherche nach Paketen aus einem inoffiziellen Repository (siehe Abbildung 8.16, „Auswahl der Paketmirror für bei apt-get.org). Das können neuere Paketversionen sein, aber auch Pakete, die noch nicht oder nicht mehr Bestandteil der Debian-Distribution sind.

Bitte beachten Sie bei der Auswahl der Paketquelle über diesen Dienst, dass nicht jedes der angezeigten Repositories Pakete für alle Architekturen (siehe Abschnitt 1.2, „Debian-Architekturen“) und Veröffentlichungen (siehe Abschnitt 2.10, „Veröffentlichungen“) bereithält. Die Auswahl der Paketquelle sagt zudem nichts über die Qualität der darüber angebotenen Pakete aus. Auch wenn diese im Allgemeinen sehr hoch ist, bergen nicht verifizierbare Pakete ein gewisses Risiko.

Abbildung 8.16. Auswahl der Paketmirror für bei apt-get.org

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/apt-get-org.png

Sehr hilfreich und zumeist auch der erste Anlaufpunkt ist die Paketsuche unter dem Menüpunkt Search. Im Eingabefeld geben Sie ein Textfragment aus dem Namen eines Pakets ein, nachdem dann apt-get.org seine Liste der Spiegelserver durchforstet. Das Ergebnis ist eine Liste, aus der Sie entnehmen können, von welchem Spiegelserver Sie das gewünschte Paket beziehen können. Neben der Architektur (siehe Abschnitt 1.2, „Debian-Architekturen“) sehen Sie auch die Veröffentlichung (siehe Abschnitt 2.10, „Veröffentlichungen“) und den Distributionsbereich (siehe Abschnitt 2.9, „Distributionsbereiche“), in die das gefundene Paket einsortiert ist.

Abbildung 8.17, „Suchergebnis der Recherche bei apt-get.org zeigt beispielhaft das Suchergebnis nach dem Paket libdvdcss an, welches bei älteren Veröffentlichungen wie Debian 3 Woody, Debian 3.1 Sarge oder auch bei Sid für die drei Debian-Architekturen all, i386 und powerpc zum Lesen von DVDs benötigt wird und hierüber zur Verfügung steht.

Abbildung 8.17. Suchergebnis der Recherche bei apt-get.org

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/apt-get-org-search.png

Rpmseek.com

Die bereits oben angesprochenen Möglichkeiten zur Recherche über die Webseiten des Debian- bzw. Ubuntu-Projekts beinhalten nur Pakete, die in den offiziellen Repositories der jeweiligen Distribution enthalten sind. Für andere, externe Pakete existieren hingegen spezielle Suchmaschinen und Verzeichnisdienste.

Rpmseek [rpmseek] kann sowohl rpm- als auch deb-Pakete erstöbern. Es erlaubt die Suche anhand des Paketnamens, des Paketformats, der Linux-Distribution und der Architektur. Dabei sucht es entweder in der Paketliste oder der Beschreibung und kann ebenso die Paketabhängigkeiten berücksichtigen.

Gefundene Pakete können Sie nicht nur inspizieren, sondern direkt von der angegebenen Quelle beziehen und installieren. Bitte beachten Sie aber, dass mit diesen Suchmaschinen gefundene Pakete oft nicht den Qualitätsansprüchen von Debian entsprechen, einer nicht-freien Lizenz unterliegen oder schlicht nicht auf Ihrem System installierbar sind, weil z.B. manche Abhängigkeiten nicht erfüllt werden.

Abbildung 8.18. Ergebnis der Paketsuche nach htop über http://www.rpmseek.com/

werkzeuge/paketoperationen/pakete-ueber-den-namen-finden/rpmseek.png

Integration distributionsfremder deb-Pakete

Wie die Einbindung und Verifizierung von deb-Paketen aus den Paketquellen erfolgt, erklären wir Ihnen unter „Paketquellen und Werkzeuge“ in Kapitel 3, Paketquellen und Werkzeuge genauer. Möchten sie auch rpm-Pakete einpflegen, sorgt „Fremdformate mit alien hinzufügen“ in Abschnitt 23.2, „Fremdformate mit alien hinzufügen“ für Erleuchtung. Andere Paketformate betrachten wir im Buch nicht weiter.